Was macht einen professionellen Buchsatz aus?

  • Ausgewogenes Schriftbild, zur Art des Buches geeignete Schriftart und Schriftgröße

  • Eine richtige Titelei mit Schmutztitel (Seite 1), Leerseite (Seite 2), Haupttitel (Seite 3), Impressum (Seite 4)

  • Inhaltsverzeichnung (IHV):  kann beim Roman auch weggelassen werden

  • Der eigentliche Textblock beginnt ohne IHV bei Seite 5 / mit IHV bei Seite 7 (also immer rechte Seite)

  • Anführungszeichen: Verwendung von Guillemets, » « doppelt für direkte Rede,  › ‹ einfach für das Zitat innerhalb der direkten Rede.

  • Auslassungszeichen:

    der Apostroph (’) für weggelassene Buchstaben oder Silben- und Wortbestandteile (Elision)
    die Auslassungspunkte (…) mit vielfältiger Verwendung
    der Viertelgeviertstrich (-) als Auslassungsstrich für ausgelassene Wortteile (Ergänzungsstrich)
    der Halbgeviertstrich (–) als Auslassungsstrich für Satzellipsen und in Zahlen
    der Geviertstrich (—) für zwei Nullen nach dem Komma; nur bei Währungen in Tabellen
    die Tilde (~) als kurzes Ersatzzeichen für ein Schlagwort in Wörterbüchern, Lexika oder Indizes

  • Registerhaltigkeit: Die Zeilenabstände (ca. 120% der Schriftgröße – ist aber nur ein Richtwert, der von Fall zu Fall beim Setzen des Buches zu überprüfen ist) des Textblocks werden in ein festes Schema gepresst, d.h. die Schrift ist sowohl auf der Vorderseite als auch auf der Rückseite des Blattes immer auf gleicher Höhe. Damit wird ein Durchscheinen des Textes vermindert. Ist mit normalen Texverarbeitungsprogrammen nicht zu erreichen.

  • Blocksatz, Silbentrennung: Der Textblock wird in allen Zeilen auf gleiche Länge gebracht. Wenn jedoch keine oder eine fehlerhafte Silbentrennung eingestellt ist, können größere Lücken im Textbild entstehen.

  • Einzug: Die Absätze eines Textes werden um einen gewissen Wert nach rechts eingerückt (0,2 bis 0,3 cm). Das erste Kapitel nach der Überschrift allerdings nicht.

  • Initiale: Der erste Buchstabe des ersten Kapitels kann als Initiale ausgeführt werden. Er umfasst je nach Wunsch eine Höhe von 2-3 Zeilen (oder auch größer), kann an der linken Textblockseite ausgerichtet werden, aber auch darüber hinausragen.

  • Umbruchfehler Hurensohn (oder auch Witwe): Der letzte Satz eine Absatzes steht auf einer neuen Seite. Stört den Textfluss und ist ästhetisch unerwünscht. Vermeidung durch Änderungen des Textes oder durch Laufweiten- oder Trennungs-Korrekturen.

  • Satzfehler Schusterjunge: Der erste Satz eines Absatzes steht als letze Zeile auf der alten Seite. Wird zwar in manchen Verlagstiteln akzeptiert, aber wenn möglich … Vermeidung durch Änderungen des Textes oder durch Laufweiten- oder Trennungs-Korrekturen.

  • Laufweite: Hier gibt es die Möglichkeit den Wort- bzw. den Zeichenabstand zu verändern, um das Schriftbild zu verschönern, den Umständen (z.B. der Schriftart) gerecht zu werden und um, wie bei Umbruch- und Satzfehlern bereits erwähnt, Korrekturen zu erreichen.

  • Optischer Randausgleich: Innerhalb einer Satzspalte oder Seite ist der optische Randausgleich eine Methode, um den Eindruck einer optisch glatten Satzkante zu erzeugen. Im Fließtext werden an der linken Satzkante die geradlinigen Großbuchstaben A, T, V und W (20 %) sowie die gerundeten Großbuchstaben O, C, G und Q (10 %) optisch korrigiert. An der rechten Satzkante die Auslassungszeichen + Satzzeichen (je nach Länge) zwischen 25 und 100% rausgerückt. Französische Anführungszeichen (Guillemets) werden davon ausgeschlossen (siehe Satzkante Bild).